700 Jahre Geschichte
Die benachbarten Dörfer Randow, Groß Haßlow und Klein Haßlow teilen mehr als nur ihre Geografie in der Ostprignitz. Ihre urkundliche Geschichte – vom 13. Jahrhundert bis zur Jahrtausendwende – liest sich wie ein Kondensat der deutschen Landgeschichte: vom mittelalterlichen Grenzdorf zum klassischen Rundling, von Raubrittern und Feuersbrünsten bis zur Transformation vom kurfürstlichen Lehnschulzen zur modernen Agro Holding.
Groß Haßlow wurde erstmals 1274 als „novum Haslowe“ in einem Grenzvergleich zwischen den Fürsten von Werle und dem Bischof Heinrich von Havelberg urkundlich erwähnt. Als typischer Rundling ordneten sich die Bauernhöfe kreis- oder hufeisenförmig um den zentralen Platz mit der Kirche an.
→ Überleben in der Prignitz – 700 Jahre Wandel und Beständigkeit (Präsentation als PDF)
Die Dorfkirche – ein Baudenkmal in Not
Die nach den Bränden des späten 17. Jahrhunderts wiedererrichtete Dorfkirche Groß Haßlow ist ein Musterbeispiel robuster, ruraler Barockarchitektur, das in „königlicher Patronage“ errichtet wurde: ein schlichter, rechteckiger Grundriss mit Saalform, große Stichbogenfenster und ein massiver quadratischer Westturm mit Pagodendach, der Stabilität und Präsenz in der weiten Landschaft signalisiert. Nicht zuletzt mit seiner Wetterfahne, die auch das Baujahr verrät: 1743.
Doch ihr Zustand ist kritisch: Der Dachstuhl weist erhebliche Schäden auf, darunter Schwammbefall und statische Mängel. Auch der Glockenturm mit einer der ältesten Glocken der Prignitz bedarf dringender Instandsetzung.
Unser Sanierungsplan
Die Rettung der Kirche erfolgt in mehreren Schritten:
- Sanierung des Dachstuhls – Beseitigung des Schwammbefalls, statische Sicherung
- Instandsetzung des Glockenturms – Reparatur der Tragkonstruktion, Sicherung der Glocke
- Außeninstandsetzung – Putz- und Malerarbeiten für den langfristigen Substanzerhalt
Ziel ist, dass die Kirche dauerhaft und sicher genutzt werden kann – für Gottesdienste ebenso wie für Kultur und Gemeinschaft.
Mehr als eine Kirche – ein Ort für alle
Wir wollen die Dorfkirche zu einem multifunktionalen Begegnungsort entwickeln. Die kirchliche Nutzung bleibt selbstverständlich erhalten. Darüber hinaus soll die Kirche – und der markante Platz vor ihr – als lebendiger Mittelpunkt des Dorfes genutzt werden:
- Spirituell – Gottesdienste, Adventssingen, Musik zu Feiertagen
- Kulturell – Konzerte, Lesungen, Vorträge, Ausstellungen zur regionalen Geschichte
- Sozial – Dorftreffen, saisonale Feste wie Erntedank und Advent
- Bildung – Zusammenarbeit mit Schulen und Kitas, Heimat- und Geschichtsarbeit